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QUAL/071: Schleswig-Holstein will an tierquälerischen Brandzeichen bei Pferden festhalten (TSB)


Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes - 13. Februar 2012

Schleswig-Holstein will an tierquälerischen Brandzeichen bei Pferden festhalten


Der Agrarausschuss des Bundesrates diskutiert heute (13.2.) den Antrag Schleswig-Holsteins, Brandzeichen zur Pferdekennzeichnung zu erhalten. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Mitglieder gegen den Antrag zu stimmen. Damit würde auch einem Votum des Bundesrates vom Oktober 2010 entsprochen. Auch der Entwurf der Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner für eine Novelle des Tierschutzgesetzes sieht ein Verbot des Heißbrandes vor. Das Brandzeichen fügt den Tieren unnötig Leid zu und ist spätestens durch eine EU-Verordnung aus 2009 und der verpflichtenden Kennzeichnung der Fohlen mit Mikrochip überflüssig. Es dient in erster Linie als Werbezweck für den jeweiligen Zuchtverband, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund.

"Alle wollen das Brandzeichenverbot, der Bundesrat, das Bundeslandwirtschaftsministerium. Jede relevante wissenschaftliche Arbeit beweist die Schmerzen und Belastungen für die Tiere. Dagegen betreibt die Landesregierung Schleswig-Holsteins Klientelpolitik in Reinkultur, um das Brandzeichen zu halten", kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holsteins stellt sich mit der Forderung nach dem Erhalt des Brandzeichens auch offen gegen die eigene Bundeslandwirtschaftsministerin. Ilse Aigners Ressort sieht in der Novelle des Tierschutzgesetzes ein entsprechendes Verbot vor. "Nur die Pferdezüchterlobby und einige Politiker stellen sich gegen moderne tierschutzkonforme Methoden und halten an überflüssiger Tierqual fest", so Schröder weiter.

In Deutschland werden alle seit Juli 2009 geborenen Fohlen bereits mit einem Transponder gekennzeichnet. Untersuchungen belegen, dass die Belastung und die Schmerzen beim Brandzeichen deutlich höher sind als bei der Mikrochipinjektion. Darüber hinaus können die Zuchtverbände zusätzlich einen DNA-Test durchzuführen sowie die farblichen Abzeichen und Haarwirbel am Pferd dokumentieren. Mit diesen Möglichkeiten ist das Tier unverwechselbar gekennzeichnet. Die Tiere zu verbrennen ist aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes damit unnötig und dient einzig züchterischen Eitelkeiten.

Der Agrarausschuss des Bundesrates berät am 13.2. über den Antrag des Landes Schleswig-Holstein zur Änderung der Viehverkehrsverordung. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet, dass der Agrarausschuss empfiehlt den Antrag abzulehnen - ehe er dann im März im Plenum des Bundesrates verhandelt wird.


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Quelle:
Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
vom 13. Februar 2012
Herausgeber: Deutscher Tierschutzbund e.V., Bundesgeschäftsstelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Tel: 0228/60496-24, Fax: 0228/60496-41
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. Februar 2012