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TIERVERSUCH/543: 10 Millionen Opfer im Namen der Wissenschaft (AG STG)


Medienmitteilung der AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner - www.agstg.ch
Medienmitteilung vom 30. November 2012

Eindrückliche Strassenaktion in Luzern in Gedenken an:
10 Millionen Opfer im Namen der Wissenschaft



Luzern 30.11.2012 | 45.000 Katzen, 3,8 Millionen Mäuse und 118.000 Meerschweinchen sind, zusammen mit vielen weiteren Tierarten, in Schweizer Forschungslabors verbraucht worden. Ginge es um Menschen wäre die Empörung gross. Doch weil es sich um Tiere handelt und die Versuche hinter verschlossenen Türen stattfinden, hat die Öffentlichkeit kaum Kenntnis davon. Die AG STG macht mit der Aktion «Grabkreuze für Tiere» auf die unzähligen unschuldigen Opfer aufmerksam und fordert, endlich auf innovative, tierversuchsfreie und sichere Forschungsmethoden umzustellen.

Weisse Kreuze mit der Anzahl der in Schweizer Versuchslabors ums Leben gekommenen Tieren. - Foto: © AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner

Foto: © AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner

Jedes weisse Kreuz dieser Aktion symbolisiert eine Tierart die massenhaft in Schweizer Versuchslabors ums Leben kam oder misshandelt wurde. Dieser Friedhof soll die Menschen daran erinnern, dass hinter Medikamenten, Kosmetik und Chemikalien bittere Tierversuche stecken. Und dass an den meisten Produkten Blut, Schmerz und grosses Leid klebt das vermeidbar wäre.

Gemäss der Schweizer Tierversuchsstatistik mussten zwischen 1997 und 2011 rund 10 Millionen Tiere für die Forschung sterben. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. Tiere die zum Beispiel aufgrund falscher genetischer Voraussetzungen gar nicht erst zum Einsatz kamen, sondern vorher getötet wurden, sind in der offiziellen Statistik nicht aufgeführt. Praktisch jede Tierart wurde und wird in der Schweiz für Versuche eingesetzt, darunter befinden sich beispielsweise Ratten, Hunde, Affen, Vögel und Schweine.


Tiere leiden im Namen der Medizin

Der Mensch soll dank Tierversuchen nicht nur schön sondern auch gesund werden. Der Grossteil der 10 Millionen Tiere, die in der Schweiz Opfer von Tierversuchen wurden, wurde für die Grundlagen-Forschung eingesetzt (Forschung ohne konkretes Ziel resp. ohne direkte medizinische Relevanz). Mittlerweile sind mehr als ein Sechstel aller eingesetzten Tiere genmanipuliert. In Tierversuchen wurde Krebs und Diabetes mellitus schon seit Jahrzehnten wiederholt geheilt. Die Ergebnisse aus den Tierversuchen lassen sich jedoch nicht auf den Menschen anwenden, schliesslich sind wir weder Ratten, noch Hunde oder Schweine. Deshalb wird Krebs bald Todesursache Nr. 1 beim Menschen sein und Diabetes mellitus zur grössten finanziellen Bedrohung für die Krankenkassen werden.

Oberarzt Dr. med. Alexander Walz, medizinisch-wissenschaftlicher Berater der AG STG, spricht Klartext: «Krebs ist bei Mäusen und Ratten längst besiegt, aber nichts davon ist auf Menschen übertragbar. Weil Politik und Forschung trotzdem noch auf Tierversuche setzen, muss ich jeden Tag Patienten sagen, dass sie unheilbar krank sind und wir keine Therapie anbieten können.»


Innovative Forschungsmethoden retten Leben

Die wenigsten Menschen wissen, welche Vielfalt an Forschungsmethoden der Wissenschaft zur Verfügung steht. Denn über das immense Potential innovativer Forschungsmethoden gelangen kaum je Informationen an die Öffentlichkeit. Zu viele verdienen an Tierversuchen zu gut, als dass auf tierfreie, innovative Testmethoden umgestellt würde. Dabei retten diese Methoden nicht nur Tierleben sondern auch Menschenleben - denn sie liefern Ergebnisse, die zuverlässiger auf Menschen übertragbar sind.

Zum Beispiel umfassen In-vitro-Systeme eine Vielzahl verschiedener Testmethoden. Mit menschlichen Zellkulturen sind äusserst zuverlässige Ergebnisse möglich. Im Labor werden einzelne Körperzellen vermehrt. An den Zellkulturen lässt sich sowohl der gesunde wie auch der kranke Zustand z.B. im Falle von Krebs erforschen. Ferner kann man auf einfache Art und Weise die Wirkung potenzieller Medikamente überprüfen, und nicht zuletzt lassen sich durch Zellkulturen auch Medikamente herstellen.


Umdenken dringend notwendig

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner fordert seit Langem die konsequente Förderung und Anwendung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden, statt der Verschwendung von Geldern für gefährliche, völlig veraltete Testmethoden. Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind ein klarer Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche.

Will die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Forschungsnationen gehören, so ist ein Umdenken in Politik und Forschung unabdingbar. Wir müssen Tierversuch endlich abschaffen und den Weg frei machen für schnellere, preiswertere und vor allem zuverlässigere Methoden.


Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen sowie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und führenden Forschungsstandort Schweiz und somit für eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und die Vorbeugung gegen Krankheiten in den Vordergrund stellen.

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Quelle:
Medienmitteilung vom 30. November 2012
AG STG - Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner
Brisiweg 34, CH-8400 Winterthur
Medienkontakt: Cristina Roduner
E-Mail: cristina.roduner@agstg.ch
Internet: www.agstg.ch


veröffentlicht im Schattenblick zum 6. Dezember 2012