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ZUCHT/069: Kükenmord ist Alltag (TSB)


Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes - 14. Juli 2008

Jamie Oliver erstickt Küken in TV-Sendung

Deutscher Tierschutzbund stellt fest: Kükenmord ist Alltag bei der Zucht


Um auf das millionenfache Tierleid bei der Zucht von Hühnern aufmerksam zu machen, hat Jamie Oliver in seiner Sendung "Jamies Hühnerhölle" männliche Küken vor laufender Kamera erstickt. Diese Dokumentation wird heute im deutschen Fernsehen ausgestrahlt (RTL II; 21:15 Uhr). Dargestellt ist die tägliche Praxis bei der Aufzucht von Hühnern, stellt der Deutsche Tierschutzbund fest. Jedes Jahr werden in der EU circa 280 Millionen Küken getötet und vernichtet, davon in Deutschland allein 45 Millionen. Der Grund: nicht als Hennen geboren, können sie keine profitablen "Eierproduktionsmaschinen" werden. In der auf Höchstleistungszucht ausgerichteten Landwirtschaft werden Hühner entweder für die Mast oder für die Eierproduktion genutzt. Da sich die Mast der männlichen Küken finanziell nicht rechnet, werden diese gar nicht erst aufgezogen, sondern sofort nach dem Schlüpfen mit Gas oder in einem so genannten Homogenisator (eine Art Häcksler) geschreddert.

"Die männlichen Küken sind Opfer dieser zynischen Zuchtmethoden. Die alltägliche Tierqual in der Zucht und Haltung von Legehennen findet hinter verschlossenen Türen statt. Die Öffentlichkeit muss von diesem Tierleid erfahren, damit sich etwas bewegt und die Politik und die Hühnerbarone auch begreifen, dass dies nicht toleriert wird. Sicher kann man darüber streiten, ob eine solche Kochsendung das richtige Format ist. Aber was zählt ist, dass Jamie Oliver einem Millionenpublikum vorführt, was trauriger Alltag in der Zucht und der Haltung von Legehennen und Masthühnern ist und dafür verdient er Respekt", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Die Tierschützer fordern ein sofortiges Verbot der Tötung männlicher Küken. Im Sinne des Tierschutzgesetzes und im Sinne des Staatsziels Tierschutz dürften männliche Küken nicht vernichtet werden. Eine Tötung allein aus wirtschaftlichen Gründen sei weder ethisch vertretbar noch rechtens. Das Tierschutzgesetz besagt, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden und Schäden zufügen darf.

"So schockierend die Bilder sind, aber für die Küken aus der Sendung macht es keinen Unterschied, ob sie im Studio oder im Stall leiden und sterben - in einem Studio gehe es eher sorgfältiger zu als ohne Beobachtung durch die Öffentlichkeit in den Hinterzimmern der Brütereien", so Apel weiter.


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Quelle:
Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes e.V.
vom 14. Juli 2008
Herausgeber: Deutscher Tierschutzbund e.V., Bundesgeschäftsstelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Tel: 0228/60496-24, Fax: 0228/60496-41
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 15. Juli 2008