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VÖGEL/729: Nicht alle Vögel sind bald weg (DeWiSt)


Deutsche Wildtier Stiftung - 15. August 2011

Nicht alle Vögel sind bald weg?!

Die Deutsche Wildtier Stiftung verrät, wer im Lande bleibt und warum


Hamburg, 15. August 2011. Mauersegler machen gemeinsam mit den Feldlerchen den Anfang: Sie starten schon jetzt im August als Frühflieger unter den Zugvögeln Richtung Süden. Wenn die Rufe der Mauersegler in den Städten verstummen, neigt sich der Sommer dem Ende zu. "Schon bald versammeln sich auf den Wiesen und Äckern wieder Schwärme von Kiebitzen, Störchen und Staren", sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. "Dann beginnt über unseren Köpfen ein faszinierendes Naturschauspiel, denn mehrere Milliarden Vögel sind auf der Reise, um dem Nahrungsmangel in unserem Winter auszuweichen", sagt Goris. Insektenfresser wie Rohr- und Laubsänger, Grasmücken und Mehlschwalben finden nur im Frühjahr und Sommer in Deutschland genug Nahrung. "Sie würden im Winter verhungern."

Es gibt Zugvögel, die eine kräftezehrende Reise in die entfernt gelegenen Winterquartiere in Afrika antreten. Andere Arten wie Blessrallen und Graugänse fliehen nur vor schlechtem Wetter vorübergehend in wärmere Gefilde in den Süden Deutschlands. Ansonsten bleiben sie wie der Zaunkönig und der Sperling lieber im Lande. Die Nachtigall gehört dagegen zu den klassischen Zugvögeln, die völlig unabhängig vom Wetter in ihre südlichen Überwinterungsgebiete fliegt. Alle Vögel haben sich im Sommer enorme Fettreserven angefressen, um gut über den Winter zu kommen.

Da der Klimawandel sich mittlerweile auch bei Zugvögeln bemerkbar macht, haben einige Arten bereits ihr Verhalten und ihre Zugwege geändert. Kraniche überwintern heute oft schon in Spanien und Frankreich, statt bis nach in Afrika zu fliegen. "Mönchsgrasmücken bleiben in England und Stare überwintern immer häufiger in unseren Großstädten", sagt Goris. Deutschland selbst dient als Winterquartier für viele Brutvögel aus dem Nordosten Europas. So kommen Raufußbussard, Saatgänse und Saatkrähen zu uns, um der nordischen Kälte und dem Nahrungsmangel zu entgehen.


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Quelle:
Deutsche Wildtier Stiftung
Pressemitteilung, 15.08.2011
Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg,
Telefon: 0 40 /73 33 93 31, Telefax: 0 40 /73 30 278
E-Mail: Info@DeWiSt.de
Internet: www.DeutscheWildtierStiftung.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 16. August 2011