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WALD/401: Hambacher Forst - Einstand für die bedrohte Umwelt ... (Kampagne "Ende Gelände")


Kampagne "Ende Gelände" - 11.09.2019

Pressemitteilung zur Pressekonferenz von Akteuren der Klimabewegung


Die Proteste gegen die Räumung und drohende Rodung des Hambacher Forstes für den Kohleabbau durch den Energiekonzern RWE vor einem Jahr mobilisierten Zehntausende und haben erfolgreich mit dazu beigetragen, den alten Wald bisher vor der Rodung zu schützen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Jahrestag der Räumung bekräftigen unterschiedlichen Akteure der Klimabewegung ihre Forderungen nach einer schnellen Aufklärung , und zum Schutz des alten Waldes, vor allem durch einen umgehenden Baggerstopp.

Der Hambacher Forst ist zu einem globalen Symbol des Widerstandes geworden. Gleichzeitig steht er aber auch symbolisch für die Ökosysteme auf der Erde, die durch die Klimakrise massiv unter Druck geraten. Gemeinsam fordern die Akteure Sofortmaßnahmen für Klimaschutz, die die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzen.

Indigo, Waldbesetzerin während der Räumung: "Durch den Hambi habe ich gelernt: die Erhaltung unserer Lebensgrundlage müssen wir selbst in die Hand nehmen. Die steigenden Treibhausgasemission zeigen, dass es keinen ausreichenden Klimaschutz in einem Wirtschaftssystem, das auf Konkurrenz und Wachstum beruht, gibt. Deswegen müssen wir weiter blockieren, streiken und uns organisieren, um eine gesamtgesellschaftliche Debatte darüber zu starten, in was für einer Welt wir leben wollen. Dafür ist der Hambi erst der Anfang."

Bastian Neuwirth, Greenpeace-Klimaexperte: "Die neue Greenpeace-Studie zeigt: Der Hambacher Wald ist akut bedroht, weil der immer näher heranrückende Tagebau ihn aufheizt und ihn wie ein Riesenfön austrocknet. Um den Wald zu retten, muss Ministerpräsident Laschet umgehend einschreiten und die RWE-Bagger stoppen - jeder Meter zählt. In Zeiten des Klimanotstands dürfen keine Wälder und keine Dörfer mehr für die schmutzigeste Stromerzeugung geopfert werden." Die neue Studie der Hochschule Eberswalde / PIK unter "Hambacher Forst in der Krise II":
https://bit.ly/2kFG5e9

Kathrin Henneberger, Pressesprecherin Ende Gelände: "Die Räumung des Hambacher Waldes wurde von dem Kohlekonzern RWE bei der Landesregierung in Auftrag gegeben. Die Verantwortlichen für die Räumung und all ihre Folgen müssen gerade stehen für ihr Verhalten. Die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses durch den Landtag ist überfällig. Innenminister Reul ist schon lange nicht mehr tragbar. Der Hambacher Forst ist zu einem Symbol des Widerstandes geworden. Er symbolisiert aber auch das zusammenbrechen unserer Ökosysteme Weltweit. Wollen wir ihn und unsere Welt retten, müssen wir jetzt das Zeitalter der Fossilen Beenden. Dafür werden wir bald wieder die Kohlebagger blockieren."

Antje Grothus, Buirer für Buir: "Innenminister Reul, die sog. Heimatministerin Ina Scharrenbach und der Ministerpräsidenten Armin Laschet haben verantwortungslos und grob fahrlässig gehandelt. Mit unsäglicher Stimmungsmache im Vorfeld und den konstruierten, völlig absurden Begründungen für die Räumung hat die schwarz-gelbe Landesregierung den sozialen Frieden massiv gefährdet, Menschen in Gefahr gebracht und Zweifel an der Angemessenheit und Rechtmäßigkeit politischer Entscheidungen gemehrt."

Tara Cicchetti Fridays for Future: "Der Widerstand im Rheinland und überall gegen das verantwortungslose Handeln der Regierung in Sachen Klimaschutz geht weiter. Am 20. September und in der Woche bis zum 27. werden wir mit Fridays for Future und vielen weiteren Akteuren verschiedenster sozialer Bewegungen ein starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit und gegen ein 'weiter so' setzen."

David Dresen Alle Dörfer bleiben: "Wir lassen uns nicht spalten! Sowohl die bedrohten Dörfer als auch der Hambacher Wald können bleiben - Dies zeigt auch eine Studie vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Unser Zuhause werden wir nicht freiwillig verlassen und eine Räumung würde hier genauso scheitern wie im Hambacher Wald. Wir hoffen darauf, dass die Landesregierung endlich zur Vernunft kommt und den sozialen Frieden in der Region wiederherstellt, indem sie sich auch für den Erhalt aller bedrohten Dörfer ausspricht."

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Quelle:
Kampagne "Ende Gelände - Kohlebagger stoppen, Klima schützen!"
E-Mail: presse@ende-gelaende.org
Internet: https://www.ende-gelaende.org/de/


veröffentlicht im Schattenblick zum 13. September 2019

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