Hochschule Fulda - 17.11.2025
Fingernägel als Spiegel der Ernährung: Studie zeigt neues Potenzial für Gesundheitsmonitoring
Ein Forschungsteam um Professor Dr. Marc Birringer an der Hochschule Fulda hat einen Ansatz entwickelt, mit dem sich Lebensstil und Ernährung anhand von Fingernagelproben nicht-invasiv erfassen lassen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift BioFactors publiziert.
In der "Fulda NutriNAIL"-Studie untersuchte das Team bei 184
Probandinnen und Probanden im Alter zwischen 18 und 81 Jahren zunächst
die Mineralstoffzusammensetzung der Fingernägel. Anschließend
verknüpfte es die Ergebnisse mit Ernährungsgewohnheiten,
Supplementeinnahme, Gesundheitsangaben der Probandinnen und Probanden
und Merkmalen der Nageloberfläche. Die Fingernagelproben wurden
mittels Inductively Coupled Plasma Mass Spectrometry (ICP-MS)
analysiert, einer leistungsfähigen Methode zur Multi-Element
Bestimmung. Beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
aus den Bereichen Oecotrophologie, Informatik und Public Health.
"Es gibt bislang nur wenig Forschung zum Mineralstoffgehalt als Biomarker für die Bewertung von Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten", erläutert Professor Birringer. "Nagelproben werden hauptsächlich für toxikologische Untersuchungen auf Schwermetalle verwendet. Wir dagegen wollten wissen, inwieweit sich diese auch für das Gesundheitsmonitoring einsetzen lassen."
Die Ergebnisse der in der Fachzeitschrift BioFactors veröffentlichten Studie zeigen: Fingernägel speichern charakteristische Mineralstoffmuster, die Rückschlüsse auf Ernährungs- und Lebensstilfaktoren ermöglichen. So wiesen die Nägel von Personen, die Selenpräparate einnahmen, rund 20 Prozent höhere Selengehalte auf. Wer sich omnivor ernährte, also ohne Einschränkungen, hatte einen höheren Selengehalt als Personen mit einem veganen und vegetarischen Speiseplan.
Auffällig waren zudem bestimmte Nagelveränderungen, etwa brüchige Nägel, Längsrillen oder weiße Flecken, die mit Abweichungen im Kalium-, Kalium- und Natrium- bzw. Chromgehalt einhergingen. Analysen zu den Mineralstoffpaaren Kalium und Natrium sowie Calcium und Phosphor sollen künftig weitere Erkenntnisse zum Ernährungsverhalten und Lebensstil liefern.
"Wir können zeigen, dass Fingernagelanalysen eine kostengünstige, nicht-invasive und alltagstaugliche Methode für die Ernährungs- und Präventionsforschung sind", sagt Professor Birringer. Perspektivisch sollen die in Fulda erhobenen Daten mit KI-gestützter Bildanalyse von Nageloberflächen verknüpft werden, um Risiken für Mikronährstoffdefizite frühzeitig zu erkennen.
Originalpublikation:
https://doi.org/10.1002/biof.70056
Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung:
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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Hochschule Fulda - 17.11.2025
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E-Mail: service@idw-online.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 21. November 2025
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