Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. - Pressemitteilung vom 3. November 2025
Endlagersuche: die BGE präsentiert den neuen Arbeitsstand - Das Wendland bleibt weitgehend grau in grau
Es erinnert ein wenig an die Ziehung der Lottozahlen: Gebannt werden in den Gebieten, die von der Endlagersuche berührt sind, die Ausgrenzungsschritte der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) verfolgt. Ist man noch im Topf oder wurde man aussortiert?
Bekanntlich ist das Wendland auch nach dem Gorleben-Aus vor fünf Jahren noch im Pool potentiell geologischer Formationen, gleich vier Tongebiete sind es, die laut des ursprünglichen "Zwischenberichts" der BGE die Region berühren.
Auf dem aktuellen BGE-Navigator bleiben große Flächen des norddeutschen Raums grau eingefärbt, d.h. ihre Eignung bleibt offen, während mit Ausnahme einiger Einsprengsel im süddeutschen Raum, vor allem in Bayern, die bisherigen Teilgebiete aus der weiteren Betrachtung herausfallen. Der Süden Deutschlands ist weitgehend durchanalysiert, bis 2027 will die BGE nur noch wenige oberirdisch weiter zu erkundende Regionen festgelegt haben.
Die BGE schreibt dazu, Bewertungen gebe es mittlerweile zu 29 der 90 Teilgebiete: "Die orange- und gelbeingefärbten Flächen haben die ersten beiden Prüfschritte der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen nicht bestanden und sind als Endlagerstandort ungeeignet (orange) oder gering geeignet (gelb). Des Weiteren greifen wir einen Wunsch aus der Öffentlichkeit auf, die verbleibenden Gebiete hinsichtlich des Bearbeitungsfortschritts weiter zu differenzieren. Die in Türkis dargestellten Gebiete zeigen, wo die ersten beiden Prüfschritte der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen abgeschlossen sind und die tiefergehende sicherheitsgerichtete Bewertung beginnt. Die grauhinterlegten Gebiete stehen noch am Anfang des Prüfprozesses, sollen aber bis Mitte 2026 auch die ersten beiden Prüfschritte durchlaufen haben, so dass dann keine grauen Flächen im Bundesgebiet mehr vorhanden sein werden."
Das Problem: Die Entscheidungen der BGE sind nicht transparent, Daten und Quellen für die Entscheidungen sind für die interessierte Öffentlichkeit nicht nachprüfbar. Das war schon im vergangenen Jahr ein wichtiger Kritikpunkt. Und die politischen Konflikte sind absehbar [1], sobald 2027 die Standortregionen benannt werden: Proteste vor Ort werden sich mit Parteieninteressen und Länderegoismen vermengen, zumal der Bundestag wieder am Zuge ist, um den Fortgang der Endlagersuche per Gesetz zu entscheiden.
In der Berichterstattung über den neuen Arbeitsstand wird die Aufmerksamkeit selten auf die türkis eingefärbten Regionen gelenkt - die könnten im Jahr 2027 zu dem Favoriten gehören.
Das Wendland bleibt also vorerst weitgehend grau in grau.
"Das Wendland ist bei der Endlagersuche noch mit großen, grauen Flächen dabei", resümiert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg (BI).
Die BGE hält offensichtlich am Teilgebiet 004 [2] fest. Das Teilgebiet "Tertiäres Tongestein" umfasst 62.885 km², das sich über den ganzen norddeutschen Raum erstreckt und das bei einer Überprüfung im Jahr 2021 durch die geologischen Dienste norddeutscher Länder durchweg schlechte Noten bekam.
Nur ein recht schmaler Streifen zwischen Clenze und Langendorf sowie zwischen Woltersdorf, Trebel und Gartow - quasi die Südflanke des Salzstocks Gorleben - fallen aus der weiteren Betrachtung heraus.
"Wir hatten die Erwartung, dass unsere fachlichen Hinweise - Anfragen,
Hinweise auf wissenschaftliche Aufsätze und Forschungsergebnisse - zu
den Tongebieten und den Auswirkungen kommender Kaltzeiten auf den
Untergrund Berücksichtigung finden. Wir hätten uns in unserer Arbeit
künftig lieber nur auf die Probleme der verlängerten Zwischenlagerung
konzentriert, müssen nun aber auch bei der Endlagersuche durchstarten
und am Ball bleiben", so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
weitere Infos:
28. Oktober 2025 - Endlagersuche: Was wird aus den Tongebieten in
Norddeutschland?
https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2025/10/28/endlagersuche-was-wird-aus-den-tongebieten-in-norddeutschland/
[1] https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2025/09/10/beteiligung-gefragt/
[2] https://uploads-ssl.webflow.com/5f4796c78ddf417e366f04d7/6034efba0b2cae2df0473cb7_2021-02-01_Positionspapier_SGD_zum_BGE-Zwischenbericht_Teilgebiet-Terti%C3%A4res-Tongestein.pdf
Bildunterschrift der nicht im SB veröffentlichten Abbildung:
Die Karte zeigt den aktuellen Stand der BGE-Endlagersuche. Graue Flächen werden noch geprüft. (Bildrechte: Bundesgesellschaft für Endlagerung)
Originalartikel mit Abbildung:
https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2025/11/03/endlagersuche-die-bge-praesentiert-den-neuen-arbeitsstand-das-wendland-bleibt-weitgehend-grau-in-grau
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Quelle:
Pressemitteilung, 03.11.2025
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20, 29439 Lüchow
Tel. 05841/46 84, Fax: 05841/31 97
E-Mail: buero[ätt]bi-luechow-dannenberg.de
Internet: www.bi-luechow-dannenberg.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 7. November 2025
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