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VÖGEL/1192: Der Ruf der Berge - akustisches Monitoring des Alpenschneehuhns (Schweizerische Vogelwarte)


Schweizerische Vogelwarte Sempach - Medienmitteilung, 04. Juni 2024

Der Ruf der Berge


Für die Wirksamkeit von Schutzmassnahmen sind Informationen über Aufenthaltsort und Bestandsgrösse von Vögeln entscheidend. Einige sensible Arten leben aber in abgelegenen Gebieten, was die Datenerhebung stark erschwert. Seit einiger Zeit setzt die Vogelwarte hier das passive akustische Monitoring ein. Eine neue Studie über das Alpenschneehuhn in den Schweizer Alpen zeigt die Möglichkeiten, die diese neue Methode bietet.

Um Vögel in einem Gebiet nachzuweisen, denken wohl die meisten automatisch an eine Sichtbeobachtung. Oft ist das Hören aber wichtiger, da Vögel singen oder mit Rufen in Kontakt bleiben. Dies gilt besonders für Arten, die schwer zu entdecken sind, weil sie beispielsweise nachts oder in schwer zugänglichen Lebensräumen leben. Hier kommt das passive akustische Monitoring zum Einsatz, bei dem Aufnahmegeräte in bestimmten Gebieten aufgestellt werden. Einmal gespeichert, werden die Aufnahmen mithilfe von Algorithmen analysiert, die darauf trainiert sind, die Rufe der Zielart zu erkennen.


Ein Alpenschneehuhn auf Felsgestein - Foto: © Markus Varesvuo

Das Alpenschneehuhn ist durch den Klimawandel besonders gefährdet. Sein Bestand geht aufgrund des schrumpfenden Lebensraums zurück, und weiterer Druck durch Tourismus verschlechtert seine Situation zusätzlich.
Foto: © Markus Varesvuo

Diese neue Methode hat die Vogelwarte unter anderem bei einem Projekt zum Alpenschneehuhn eingesetzt. Dieses ist potenziell gefährdet, da sich sein Lebensraum durch den Klimawandel verändert. Dank passivem akustischem Monitoring konnten Alpenschneehühner in einem Gebiet nachgewiesen werden, von dem man bis dahin glaubte, dass es verlassen sei. Die Aufnahmen zeigten auch, dass der Höhepunkt der Gesangsaktivität zwischen Mitte März und Ende April liegt, also etwa einen Monat früher als der Zeitraum, in dem die bisherigen Felderhebungen durchgeführt wurden.


Monitoringgerät inmitten verschneiter Berge - Foto: © Amandine Serrurier

Die Aufnahmen von 700.000 Schneehuhnrufen an 10 Orten in den Schweizer Alpen ermöglichte es dem Forschungsteam der Vogelwarte, wertvolle Informationen über das Rufverhalten des Alpenschneehuhns zu gewinnen.
Foto: © Amandine Serrurier

Das passive akustische Monitoring ermöglicht es also, die bisher stattfindenden Kartierungen zu ergänzen und zu verbessern. So erfahren wir mehr über Arten, die der herkömmlichen Zählung entgehen. Dies trägt auch dazu bei, Schutzmassnahmen zu verbessern.

Quelle:
Serrurier, A., Zdroik, P., Isler, R., Kornienko, T., Peris-Morente, E., Sattler, T. & J.-N. Pradervand (2024), Mountain is calling - decrypting the vocal phenology of an alpine bird species using passive acoustic monitoring, International Journal of Avian Science IBIS,
https://doi.org/10.1111/ibi.13314.

100 Jahre Einsatz für die Vogelwelt
Die Vogelwarte wurde 1924 als Beringungszentrale gegründet, um den Vogelzug zu untersuchen. Sie hat sich seither zu einem Kompetenzzentrum für die Erforschung und den Schutz unserer einheimischen Vögel entwickelt. 2024 feiert sie ihr 100-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen und einem Buch über ihre Geschichte.

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Quelle:
Medienmitteilung, 04. Juni 2024
Schweizerische Vogelwarte Sempach
Seerose 1, CH-6204 Sempach
Internet: www.vogelwarte.ch

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 11. Juni 2024

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