OceanCare - Medienmitteilung, 23. Dezember 2025
Kollisionen / Schifffahrt
Reederei Neptune Lines ändert Fahrtroute im Hellenischen Graben
Neptune Lines [1], ein Unternehmen der Neptune Group of Companies und führender Betreiber von Fahrzeugfrachtern, wird die Route seiner Schiffe im Hellenischen Graben, dem zentralen Lebensraum für die stark gefährdeten Pottwale im östlichen Mittelmeer, umlenken.
Eine Koalition aus IFAW (International Fund for Animal Welfare) [2], OceanCare, Pelagos Cetacean Research Institute [3] und WWF Griechenland [4] hatte sich an Neptune Lines gewandt, um auf die Notlage der Pottwale vor der Westküste Griechenlands aufmerksam zu machen. Diese kleine Walpopulation ist vom Aussterben bedroht und eine Hauptursache sind sogenannte "Ship Strikes", also dass Wale von Schiffen gerammt und schwer verletzt oder getötet werden.
"Die Entscheidung von Neptune Lines ist so etwas wie ein Weihnachtsgeschenk für die Pottwale im Hellenischen Graben. Das renommierte Schifffahrtsunternehmen folgt damit anderen grossen Akteuren aus der Branche. Nun steht auf der Wunschliste der Pottwale, dass alle anderen Reedereien diesem Beispiel folgen und dass Griechenland dafür sorgt, dass Schiffe möglichst ausserhalb des Lebensraums der Wale navigieren. Für die Pottwale ist das schlichtweg eine Frage des Überlebens", sagt Nicolas Entrup [5], Leiter Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare.
"Für uns ist der Ozean unser Zuhause. Wir ehren und schützen ihn. So behüten wir eine der symbolträchtigsten Arten des Mittelmeers und tragen aktiv zu einer nachhaltigeren Zukunft für die Schifffahrt und die Meeresumwelt bei, indem wir Umleitungsmassnahmen im Hellenischen Graben ergreifen. Die Umleitung gilt westlich der Strofades-Inseln im Ionischen Meer, einem der Gebiete mit hohem Risiko für Schiffskollisionen mit Walen. Unsere Schiffe durchqueren diesen kritischen Lebensraum der Wale mehr als 200 Mal pro Jahr, das heisst die Massnahme bringt eine wesentliche Erleichterung für diese Tiere. Bei Neptune Lines steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Strategie, und der Schutz der marinen Biodiversität gehört zu unserer Verantwortung", erklärt Melina Travlos, Vorstandsvorsitzende der Neptune Group of Companies.
Die stark gefährdete Pottwalpopulation im östlichen Mittelmeer zählt heute weniger als 200 Tiere, die vorwiegend entlang des Hellenischen Grabens leben. Wissenschaftliche Studien ergaben, dass mehr als die Hälfte der gestrandet aufgefundenen Wale in diesem Gebiet tödliche Verletzungen durch grosse Schiffe zeigen. Die Dunkelziffer ist hoch: Untersuchungen schätzen, dass nur jeder 20. Wal, der durch eine Kollision tödlich verletzt wird, auch entdeckt wird.
Das Gesamtrisiko von Schiffskollisionen mit Pottwalen könnte um etwa
70% reduziert werden, wenn alle Schiffe eine sichere Route einhielten,
die abseits der Gebiete mit der höchsten Waldichte verläuft. Dies
unterstreicht die dringende Notwendigkeit koordinierter Massnahmen zum
Schutz einer der am stärksten gefährdeten Meerestierarten im
Mittelmeer.
[1] https://www.neptunelines.com/
[2] https://www.ifaw.org/international
[3] http://www.pelagosinstitute.gr/
[4] https://www.wwf.gr/en/
[5] https://www.oceancare.org/our_team/nicolas-entrup/
*
Quelle:
OceanCare - Medienmitteilung, 23. Dezember 2025
Herausgeber: Verein OceanCare
Oberdorfstr. 16, Postfach 372, Ch-8820 Wädenswil
Tel.: +41 (0) 44 780 66 88, Fax: +41 (0) 44 780 66 08
E-Mail: info[at]oceancare.org
Internet: www.oceancare.org
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 9. Januar 2026
Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang